Die Kanalisation gehört unter die Erde

Zu Recht hat die Stadt Zürich viel Geld investiert dafür, dass man als Fussgänger den Bahnhofsplatz, zwar mit Lichtsignal, wieder überqueren kann. Bei Queren des Platzes sieht man dann auch gleich, welches VBZ-Tram vom Central oder vom Bahnhofquai her naht und ob man gemütlich weiter schlendern oder seine Schritte beschleunigen soll, um das richtige Tram zu erwischen.
Vor ein paar Wochen meldete sich dann einer in der NZZ, der es offenbar irgenwie an die ETH geschafft hat, man solle das Tram in Zürich verlochen, unter den Boden bringen. Sein Auge stören die Trams, die es in Zürich wagen, oberirdisch zu verkehren. Vermutlich hätte der Professor gerne mehr Platz für seinen Porsche? Er war offenbar auch nie an einer historischen Fakultät immatrikuliert. Sonst wüsste er vielleicht, dass Zürich sich vor vielen Jahren in einer denkwürdigen Volksbastimmung gegen den Bau einer U-Bahn entschieden hat.
Nichts gegen eine U-Bahn. Auch nichts dagegen, dass eine U-Bahn unterirdisch fährt. Nur: Eine U-Bahn ist kein Tram. Beispielsweise sind die Haltestellenabstände von U-Bahnen viel grösser als die rund 300 Meter beim Tram. Bei grösseren Haltestellenabständen kann eine U-Bahn auch entsprechend beschleunigen, so dass eine unterirdische Führung auch betrieblich Sinn macht. Aber auch Verkehrsingenieur hat der Schreiberling wohl nicht gelernt.
Fürze gehören aufs Klo. Und was dort sonst noch raus kommt, gehört in die Kanalisation, und diese darf getrost unter die Erde. Angesichts ihrer unterirdischen Wahlaussichten hat wohl die FDP – Die Liberalen! Affinität zur Kanalisation entwickelt. Wie anders ist sonst zu erklären, weshalb nun auch die FDP das Tram unter die Erde bringen will?


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