Erb-sen-Zählerei

Im regionalen Anzeiger steht im Kleid eines redaktionellen Beitrages ein Text, der mit dem Absender ImmoService versehen ist. Bis Ende Jahr habe man noch Zeit sich zu überlegen, seine Erbschaft noch schnell zu verschenken statt zu vererben. Nur wer weniger als 2 Millionen zu vererben habe, sei von dieser Last frei. Und natürlich empfehle sich, ImmoService zu konsultieren.
Die Suche in Gesetzesbüchern bestätigt die beraterischen Aussagen nicht. Eine Erbschaftssteuer ab 2 Millionen steht erst in einer Volksinitiative, die zwar lanciert, aber noch nicht einmal eingereicht ist. Die Beratungsfirma geht aber offenbar bereits davon aus, dass diese Initiative in der Abstimmung dereinst angenommen und dann umgesetzt wird. Mit gutem Recht: Es ist schon nicht nachzuvollziehen, weshalb geldgierige Manager sich Löhne von mehreren Millionen pro Jahr oder gar pro Monat auszahlen sollen. Dass sie dieses unverdiente Geld dann auch noch steuerfrei vererben sollen, ist tatsächlich nicht nachzuvollziehen. Plausibel also, dass sich Superreiche ans Verschenken ihres Erbes machen könnten. Allerdings ist zu bezweifeln, dass Vasella, Ospel & Co. den Oberentfelder „Landanzeiger“ lesen…


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